Die neue Lust am Wandern

Wir kennen das alle:  Wandern im bayrischen Wald oder im Berchtesgadener Land mit schwer beladenem Rucksack, klobigen Wanderstiefeln und am besten noch im Trachtenjanker. Was wurden wir als Kinder die Berge rauf und runter gequält. Irgendwann hat es dann einfach keinen Spaß mehr gemacht und wir sträubten uns mal mehr, mal weniger erfolgreich dagegen. Die Zeiten des fremdbestimmten Zwangswanderns sind ja Gott sei Dank vorbei. Wir können selbst bestimmen, ob wir dieser Freizeitaktivität frönen wollen oder nicht. Seit einiger Zeit ist Wandern wieder richtig „IN“ geworden. Oder war es nie wirklich „Out“?!

Früher zog es uns für kurze Ausflüge in die Berge. Heute werden aus kurzen Tagesausflügen, Langstreckenwanderungen. Die Sucht nach dem Leben in freier Natur wächst. Menschen möchten draußen sein. Dem Alltag so lange wie möglich entkommen. Weg vom heimischen Wohnzimmer oder dem Büro. Gerade Menschen die sonst sehr viel sitzen, suchen die Freiheit. Draußen sein, mit der Natur im Einklang die Landschaft genießen. Von dem Wenigen, was man dabei hat, leben. Man könnte es selbst auferlegtes Downsizing nennen. Klingt erzwungen – ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil.  Es macht verdammt glücklich.

Seit unserer Kindheit und Jugend hat sich auch einiges in Sachen Ausrüstung getan. Haben wir uns Anno Domini noch mit schwerer Ausrüstung in die Berge gequält, ist heute alles „Ultraleicht“. In gewissen Kreisen ist das Thema „UL“ ein heiß diskutiertes. Plötzlich dreht sich alles um das sogenannte „Baseweight“. Das Basisgewicht treibt Wanderer dazu sich finanziell zu verausgaben.

Das Basisgewicht stellt das Gesamtgewicht aller Ausrüstungsgegenstände excl. Verpflegung und Wasser dar. Es handelt sich um das Gesamtgewicht von Zelt, Kleidung, Schlafsack, Isomatte, Rucksack, und Regenbekleidung. Wer ohne eine warme Mahlzeit nicht auskommt, muss noch Kochgeschirr (meist aus Titanium) sowie eine Gaskartusche und einen winzigen Kocher zum „Basisgewicht“ hinzu oben drauf rechnen. Da wie schon erwähnt, alles auf leicht getrimmt ist, sind die einzelnen Produkte auch nicht besonders günstig.

Wir haben uns etwas länger damit beschäftigt um Euch preiswertere Alternativen zu zeigen. Leider können wir nicht alles testen (auch wenn wir das sehr gerne täten). Wir haben uns jedoch die Zeit genommen um Rezessionen etwas genauer zu lesen. Es sei von Anfang an gesagt, dass es Artikel gibt, bei denen man sparen kann ohne auf die Nase zu fallen. Bei anderen Sachen empfehle ich lieber (aus eigener Erfahrung heraus) die teureren Artikel.

Achtung: Der Beitrag enthält KEINE Affiliate Links und auch keine bezahlten Sponsorschaften. Die Artikel wurden in stundenlanger Recherche herausgefiltert. Dieser Beitrag ist KEIN Produkttest. Er stellt lediglich einen Vorschlag zu Low-Budget-Alternativen dar!

Basics die Deinen Geldbeutel schonen

 

Nummer 1

Das Quechua Quickhiker Ultra Light (3 Personen) ist ein Ultra Leicht Trekking Zelt für den kleinen Geldbeutel. Es ist natürlich schwerer als die spartanischen UL-Zelte von MSR, Big Agnes oder ZPacks. Dafür ist es um einiges günstiger. Wer das Fahren lernt, muss ja nicht gleich im Porsche einsteigen 😉 Das Zelt hat auf der Decathlon-Seite sehr gute Bewertungen. Laut Information soll der Aufbau sehr schnell und unkompliziert sein. Das Gestänge ist aus Aluminium und damit leicht zu transportieren. Insgesamt wiegt das Quechua Quickhiker UL III 2,6 Kg. Aufgeteilt auf 2 Personen wiegt das Zelt 1,3 Kg pro Person. Will man auf den Luxus eines 3 Personen Zelts verzichten, so kann man getrost das Quickhiker UL II wählen. Zu kaufen gibt es beide Versionen bei Decathlon. Die Rezessionen sind dort überwiegend positiv und der Preis ist beim der Version für 3 Personen absolut vertretbar. Für 199 Euro bekommt man ein anständiges Zelt mit ordentlich Platz.

Auf einer Facebook Seite, wurde mir dann noch eine Alternative empfohlen, die ich hier noch gerne mit rein bringe. Das Cloud UP 3 Ultralight 3 Mann Zelt. Es wurde mir von einem Mitglied der Gruppe Trekking und Outdoor empfohlen. Danke dafür! Das Zelt liegt vom Gewicht her eher im Rahmen dessen, was man sich unter „UL“ vorstellt. Der Preis ist mit knapp 200 Euro genauso günstig wie das von Quechua.

Fakten

  • 2,6 Kg Gewicht
  • Aluminiumgestänge
  • schneller Aufbau
  • Wassersäule 4000 & 5000

 

Nummer 2

Beim Thema Rucksack sollte man nicht allzu geizig sein. Es ist äußerst ärgerlich wenn man eine Tour abbrechen muss, weil ein Schulterriemen gerissen ist. Zudem ist der Gewichtsausgleich bei „Günstig-Modellen“ nicht so gut austariert. Einseitige Belastungen führen zu Unfällen (Umknicken, Bänderriss, etc.) und dies führt wiederum zum Abbruch. Osprey hat einen UL-Rucksack im Sortiment, der nicht nur qualitativ hochwertig ist, sondern auch vergleichsweise günstig. Der Osprey Exos 58 ist ein Männer-Rucksack. Ich bin mir aber sicher, dass er auch von Frauen getragen werden kann 😉 Auf Amazon sind die Bewertungen durchwegs positiv. Ein Grund mehr Euch den Exos ans Herz zu legen. Alternativ gibt es noch die Frauen-Modelle mit speziell geformten Gurten, die sich an die weiblichen Hüften schmiegen. Das Modell Sirrus 50 bietet diesen Luxus für einen moderaten Preis. Die Rezessionen auf der Seite von Osprey sind durchwegs gut. Zum direkten Vergleich noch ein Rucksack von: ZPacks.

Fakten

  • 1,32 Kg Gewicht (abgebildete Version)
  • Stow on the Go Befestigung für Trekkingstöcke
  • Deckelfach Zugang
  • Exo Form Schulter und Hüftgurte für mehr Komfort

 

Nummer 3

Bei Nummer 4 habe ich etwas länger suchen müssen um Euch ein gutes Produkt raus zu picken. Gute UL-Produkte sind bei entsprechender Komforttemperatur in den Minusgraden nicht unter 300 Euro zu bekommen. Gerade beim Schlafsack ist es extrem schwierig Preis und Leistung unter einen Hut zu bekommen. Generell bin ich der Meinung, dass man gerade beim Schlafsack nicht sparen sollte. Am Ende bereut man es und die Tour wird zur Qual, weil man jede Nacht zähne klappernd im Schlafsack liegt. Ich habe einige Produkte unter die Lupe genommen und bei einigen schreckte mich das Gewicht zurück und bei den anderen der Preis. Dann ist da noch die Qual der Wahl zwischen Kunstfaser und Daune. Ich habe mich dabei für ein Produkt mit Daune entschieden, habe allerdings noch ein Alternativprodukt herausgesucht. Entschieden habe ich mich für den Schlafsack Therm-A-Rest Questar HD. Der Questar HD ist ein Daunenschlafsack. Allerdings sind die Daunen imprägniert, damit sie keine Feuchtigkeit aufnehmen können. Dadurch klumpen sie natürlich auch nicht. Der Schlafsack liegt im Komfortbereich bei 0° Grad bis -6° Grad. Der reguläre Preis liegt bei 259 Euro. Im Moment kriegt man ihn im Winter Sale bei Smartino für 179 Euro. Dafür hat man dann einen super Schlafsack mit tollen Features zu einem anständigen Preis. Link

Fakten

  • Komfortbereich -6° bis 0° Grad
  • Gewicht 1000 Gramm
  • Mit Fußwärmetasche (für die Damen)
  • Erhältlich in drei Größen

 

 

Nummer 4

Ich denke, wir alle sind uns einig, das gutes Schuhwerk super wichtig ist. Ohne ausreichend Laufkomfort lässt es sich einfach nicht gescheit laufen. Das Laufen wird spätestens am zweiten Tag zur Qual wenn wir Blasen haben und unsere Füße anschwellen. Ich persönlich habe ein großes Problem mit schmalen Schuhen. Meist drücken sie mir an der Leiste. Hierzulande läuft man ja meist noch mit sehr schweren Bergschuhen (Meindl z.B.) durch die Landschaft. In Amerika werden hauptsächlich Trailrunner verwendet. Am beliebtesten sind im Moment die von Altra Running. Nachdem ich lange nach Wanderschuhen gesucht habe, in denen ich problemlos längere Strecken laufen kann, bin ich bei Altra fündig geworden. Die Altra Lone Peak 3.5 (short oder mid) sind für unebenes Terrain ausgelegt und haben auch eine gute Dämpfung. Sie sind leicht, werden schnell wieder trocken und sie sind wirklich super bequem. Natürlich sind sie nicht ganz billig und sie sind auch nicht für jeden geeignet. Es lohnt sich darauf einen Blick zu werfen, auch wenn die Schuhe mit einem Preis von ca. 149 Euro nicht im Low-Budget Bereich liegen.. Link: Altra Running US oder Altra Running Germany

Alternativ empfehle ich die Schuhe von La Sportiva, welche ich ebenfalls selbst benutze. Diese verwende ich dann hauptsächlich für alpineres Gelände.

Fakten

  • Gewicht 247 g
  • schnell trocknendes Quick Air Mesh
  • Sohle mit Schutz gegen Steine
  • Ergonomisch geformt

 

 

 

Nummer 5

Das letzte Basic ist eher optional. Es gibt ja auch einige Backpacker die darauf stehen kalte Ramen Nudeln zu essen. Ich persönlich bevorzuge eine warme Speise pro Tag. Zudem möchte ich am Morgen meinen Kaffe trinken und am Abend brauch ich auch was warmes um mich aufzuwärmen. Also das sogenannte „Cold Soaking“ käme für mich nicht in Frage. Ich vermute mal, dass da viele ähnlich denken. Auch den Trekking-Kochern gibt es viel Auswahl. Ich denke das gerade für’s Trekking ein Gaskocher am Besten geeignet ist. Kombinieren lässt sich das mit leichten Titan Topf und schon hat man ein perfektes Kochset. Ich habe hier den Titanium Topf von Toaks herausgesucht. Der Topf ist aus Titanium und dadurch ultraleicht und trotzdem sehr beständig. Der Kocher Lixada ist klein und besticht auf Amazon mit guten Rezessionen. Beides zusammen ein leichtes und dennoch günstiges Set zum Gesamtpreis von 44 Euro. Nicht schlecht, zumal beides beliebte Produkte sind.

Fakten

  • Gesamtgewicht beides zusammen 100 g
  • Topf aus super leichtem Titanium
  • Kocher mit gängigen Gaskartuschen benutzbar
  • Geringer Preis

 

Ich hoffe das Euch meine Basics gefallen und das es Euch Spaß macht sie auszutesten. Wenn ihr Erfahrungen mit einem der genannten Produkte gemacht habt, dann könnt ihr mir gerne einen Kommentar hinterlassen oder mir per Mail schreiben. Wie immer, freuen wir uns über ein Feedback zu diesem Beitrag. Im Footer seht ihr einen Button, der Euch zu einer Umfrage weiterleitet. Die Umfragen sind anonym und helfen uns diesen Blog zu verbessern. Danke 🙂

Viel Spaß wünscht Euch

Nina

Zuletzt aktualisiert am: 31.01.2018

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