SmartCamperz goes VanLife

Der Weg zum Traumauto

Eigentlich war ich mit meinem Auto rein technisch durchaus zufrieden. Aber ein Golf ist halt nur ein Auto. Auch wenn er eine schöne Rennsemmel ist. Gut er hat uns über fast dreißigtausend Kilometer überall hin gebracht und das ohne Zwischenfälle! Der leistungsstarke Dieselmotor hat auch unseren locker weg gesteckt. Dennoch fehlt mir etwas bei diesem Auto. Wenn wir mit dem Wohnwagen unterwegs waren, war unser Golf VII immer bis an die Decke beladen. Er hat trotzdem einen guten Job gemacht. Besser als unser vorheriges Auto, welches ein VW Caddy mit Benzinmotor war. Am Golf gibts so wirklich nix auszusetzen. Aber für Abenteurer ist der kleiner Flitzer eher nicht geeignet. Meine Eltern hatten in grauer Vorzeit einen Ford Nugget mit Westfalia Pop-Up Dach. Für drei Leute war dieser zwar etwas knapp bemessen, aber diese Art von Camper hat sich in den letzten Jahren 25 Jahren stark weiterentwickelt. Auf Campingplätzen habe ich schon hin und wieder ein Auge auf den ein oder anderen VW California geworfen, hatte aber immer noch die eher miesen Erfahrungen mit dem Nugget im Kopf. Oben im Dach war es immer zu kalt und zu zugig. Mit normalen Bettdecken konnte man da oben nicht schlafen. Aber meine Eltern hatten damals keine Erfahrung damit und so musste ich am Kalterer See bei 5 Grad unterm Dach frieren. Richtig interessant wurde der „Cali“ erst als ich durch Zufall einen YouTube Vlog entdeckt habe. Zwei Engländer reisen mit dem Cali durch ganz Europa und sie sind in ihrer Heimat flexibel unterwegs. Die Diesel-Standheizung scheint auch bei Kälte eine gute Innenraumtemperatur zu halten.  Die Einrichtung des CamperVans ist stylisch und funktional. dies hat allerdings seinen Preis.

Für den 2 L Turbodiesel T6 California mit 150 PS Motor und DSG Getriebe zahlt man in der Ausstattungsvariante „Beach“ (Multivan mit Pop-Up Dach) zwischen 40.000 (Gebraucht) und 50.000 Euro (Neu). Für die meisten VanLifer einfach nicht realisierbar. Die meisten kaufen sich einen älteren, gebrauchten Cali  aus einer vorherigen Generation (T 3, T 4, T 5). Der T 5 wäre zwar infrage gekommen, aber es gab einfach keinen, den wir nehmen wollten. Viele Calis ab Modell T 5.1 oder T 5.2 leiden unter einem Kühlerproblem – bekannt auch unter dem Begriff „AGR-Problematik“. Fahrzeuge die diesen Defekt haben, brauchen meistens einen neuen Motor. Ein Freund von uns hatte dieses Problem. Da die T 5.2 Calis immer noch bei roundabout 25 – 30.000 Euro liegen,  wäre für uns der T 5 nie eine Alternative gewesen. Für ein Auto ohne Garantie und Gewährleistung viel Geld zu zahlen ist einfach keine Option. Geld ist wie bei den meisten Campern und Abenteurern auch bei uns ein Faktor. Auch wenn wir gute Jobs haben, so macht es für uns keinen Sinn mehr als 30.000 Euro für ein Auto auszugeben. Sonst arbeitet man nur für seine hohen Fixkosten und kann Rücklagen aufbauen. Was bringt einen so ein Auto, wenn dann das Geld für Reisen fehlt?


Alternativen

Wir haben uns lange nach einer Alternative zum Cali umgeschaut. Es war nichts dabei was uns wirklich vom Hocker gehauen hat. Wir wollten ein kompaktes, wendiges Campingfahrzeug. Ein großer Kasten wie der Crafter wäre für uns nichts. Nach langer Recherche kamen wir wieder auf den VW Caddy. In manchen Microcamper-Communities ist der Caddy stark vertreten. Der Caddy ist für die meisten Microcamper die Bus-Alternative schlechthin. Unseren Alten haben wir damals wegen zu wenig Leistung verkauft. Dann hatten wir ein Auto welches zwar viel Leistung bot, aber zu wenig Platz. Jetzt haben wir beides vereint in einem Fahrzeug. Genau gesagt in einem VW Caddy Highline mit zwei Liter Turbodiesel Motor und DSG aus dem Modelljahr 2017. Den Caddy fand ich bei mobile.de. Ich habe ihn vorher ein paar Wochen beobachtet. Irgendwann sind wir dann zum „Freundlichen“ gefahren und haben das Auto getestet. Es ist ja nicht unser erster Caddy und wir wussten ja auf welche Sachen man achten muss. Aus Fehlern lernt man. Als ich das Auto probegefahren bin, habe ich sofort gemerkt, dass dieser Caddy ein ganz anderes Fahrzeug ist wie unser alter. Unser alter Roncalli war sehr träge. Durch den untermotorisierten Antrieb verbrauchte er auch dementsprechend viel. Als wir den Wohnwagen anschafften, kam der Alte sehr schnell an seine Grenzen. Das würde mir mit diesem nicht passieren. Schon die ersten Kilometer machte das Auto richtig Spaß. Gut er fährt nicht wie der Golf. Dazu ist er zu hoch und zu schwer. Er ist dennoch erstaunlich agil und spritzig. In niedrigen Drehzahlen fährt er sehr ruhig. Immerhin ist der Caddy ein Nutzfahrzeug. Die Fahrdynamik ist um Welten besser als beim alten Caddy aber nicht ganz so ausgereift wie beim Golf. Dennoch der Platzgewinn ist es allemal wert den geliebten Golf aufzugeben. Der Caddy hat viele Extras, die den Wechsel auch noch erleichtern. Nach einer Stunde Fahrt war ich sofort begeistert. In den folgenden Tagen überlegten wir noch hin und her. Am vierten Tag danach entschieden wir uns, den Caddy zu kaufen. Bis heute sind wir knapp 2000 Kilometer gefahren und es sind zwei Monate vergangen. Unser erster Urlaub mit Caddy und Wohni liegt hinter uns. Der Caddy verbraucht mit dem 1,1 t Wohnwagen zwischen 7,6 und 8,5 Liter auf 100 km. Geringfügig mehr als unser Golf. Durch die Fahrassistenten und die Gespannsstabilisierung läuft der Caddy absolut entspannt.


Der Plan vom CamperCaddy 

Warum einen Caddy kaufen und den als Camper ausrüsten, wenn man einen Caravan hat?! Ein Wohnwagen ist schon was tolles. Man zieht sein Schneckenhaus hinter sich her und bleibt stehen wo man will. Ein Caravan hat aber auch einige Nachteile. Ich persönlich finde ihn für mich als Vollzeit Berufstätige zu unflexibel. In unserem Wohni ist zwar viel für Urlaube vorbereitet, allerdings lohnt es sich Beispielsweise nicht für ein Wochenende weiter weg zu fahren. Mit 80 km/h ist man stundenlang unterwegs. Ich möchte meine Wochenenden aber nicht im Auto verbringen sondern am Berg. Mit dem Caddy bin ich bei optimalen Verkehrsbedingungen innerhalb von 2 Stunden in den Bergen. Mit dem Wohnwagen brauche ich nach Garmisch ca. 4 Stunden – vorausgesetzt in München ist mal nicht die Hölle los. Momentan habe ich noch keinen großartigen Plan was den Ausbau angeht. Klar es gibt diverse Programme von VanEssa, Reimo und Co. Von Reimo gibt es sogar einen Caddy Maxi mit Pop-Up Dach. Allerdings sind all diese Varianten ziemlich teuer. Da diese Camping-Saison so gut wie vorbei ist, werden wir den Winter für die Planung nutzen. Wir werden uns selbst die Camper-Ausstattung bauen konzipieren und bauen. Ein paar Dinge haben wir schon im Kopf, wissen aber nicht ob sie sich auf Grund des begrenzten Platzangebots realisieren lassen. Mein Vater ist technischer Zeichner. Für ihn ist es nicht das erste Mal, dass er einen Camper konzipiert. Er hat bereits einen 7,5 Tonner selbst konzipiert und zum Ausbau in Auftrag gegeben. Vieles hat er selbst gemacht bzw. machen müssen. Da hat uns mein Vater viel voraus, denn handwerklich sind wir echt keine Leuchten, aber was nicht ist kann ja noch werden 😉 Wir lassen uns von YouTube, Pinterest und Instagram inspirieren und werden sehen wohin uns der Weg führt. Wenn ihr Euch für den Caddy oder das Micro-Camping interessiert, dann bleibt dran!

Stand: 23.09.2018

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